Über Bildhauerei

Weißer Marmor war früher meist Göttern und Gottgleichen vorbehalten. Arbeite ich mit diesem Werkstoff, so ist es für mich auch immer ein Spiel mit dessen elitärer Konnotation.

Zum Ausdruck kommt das insbesondere in einer meiner frühen Arbeiten „Milchtüten und andere Verpackungen“, entstanden 1985-86 (heute Privatbesitz), in der ich Gegenstände, die für den einmaligen Gebrauch und für ein wer weiß wie langes Dasein auf eine der unzähligen Müllhalden unserer modernen Zivilisation hergestellt worden waren, in Laaser Marmor Statuario haute, um sie somit ihrer Profanität zu entreißen und dadurch vielleicht Gedanken über deren Bestimmung zum Laufen zu bringen.

Bildhauerei ist für mich immer ein Inszenieren von Objekten, sie bildet keine vorgefundene Realität ab. Sie erzählt Geschichten. Was für mich dabei zählt, ist, dass das mit emotionaler und intellektueller Aufrichtigkeit gemacht wird.